Tasting Special

                   Wild Turkey Forgiven 45,5%vol                     Batch No. 302 / Barrel Type: Alligator Charred

Kategorie: Blend of Rye & Bourbon Straight Whiskey (03.04.2021)

Nase: Oh ja - Widerstand ist zwecklos! Leichte feine Zitrus – und Kirschnoten, jede Menge Schokolade in Kombination mit Vanille sowie angebranntes Popkorn.

Erster Aufprall im Mund: Die 45,5%vol. wirken stärker, eher wie um die 50%vol. Es dauert ein Weilchen, aber bevor der Ringrichter ausgezählt hat, erwacht das Gebräu zum Leben. Eine schöne dicke Schicht Vanille streichelt den Mundraum. Die Fruchtigkeit eines deutschen Obstlers (Kirsch-wasser) kommt ins Spiel sowie ein Alligator Charred, das es in sich hat, und das dem Ganzen seinen Stempel aufdrückt. Ein Hauch Minze mit Toffifee.      

Abgang: lang und leicht trocken, Schokolade, Pfeffer, Zimt.

Fazit: Die Idee, einen Bourbon und Rye Whiskey zu vermählen, kommt bei mir sehr gut an. Ich werde künftig gezielt danach Ausschau halten. In diesem Falle ist sehr viel Dynamik im Glas –           4 Sterne nach Lawrenceburg, Kentucky!


MUSIC BY GEVI MASCHNER


Strathisla 15 Jahre 40%vol (Unabhängig abgefüllt von Gordon & MacPhail)

Kategorie: Single Malt Scotch Whisky (12.02.2021)

Nase: Der Duft stößt das Tor zu einer anderen Zeit auf – Old School Duft (Muff), wie ich ihn aus meiner Anfangszeit mit Whisky am Ende der 80er Jahre her kenne. Pflaume, Feigen, Fruchtmarmelade sowie feine Zitrusnoten, XL Vanille und  minimale Anflüge von Kokosnuss.

Erster Aufprall im Mund: Voluminös – eine explosive Mischung aus massiver Fruchtigkeit und süßer Schokolade, die eine Reizüberflutung im Mundraum  auslösen - gefolgt von weißem Pfeffer, herben Mokkanoten, Schwarzwälder Kirsch und mit Früchten versetztem Malzbier.

Abgang: mittellang – herb schokoladig, Minze und süßes Malzbonbon.

Fazit: Mit dieser Flasche hätte man interstellare Raumsonden bestücken müssen – ich garantiere aus allen Teilen des Universums kämen sie geflogen. Leider ist das Etikett sehr sparsam mit Informationen. Ich hätte zu gerne etwas  über die verwendeten Fässer erfahren. Dieser Whisky ist wie aus einem Museum der Genüsse. 5 Sterne in die schottische Speyside .

MUSIC BY GEVI MASCHNER

 

Wir sehen "Blade Runner 2049" und wollen wissen: Passt Johnnie Walker Black Label wirklich zum Film, in dem er getrunken und beworben wird?      

Damit es uns nicht langweilig wird, verkosten wir die Limited Edtion (Islay Orogin) aus der Liter Flasche, da der Film Überlänge hat :).

1982                                            1820                                               2017

Die Frage war: Passt Jonny Walker Black Label zu „Blade Runner 2049“ in dem er getrunken und beworben wird? Diese düstere Zukunftsversion schreit geradezu nach Whisky. Ja! Dieser Whisky passt zu 100% in den Film und als Begleiter zum Film.

Johnnie Walker Black Label (Islay Origin) 42%vol

Kategorie: Blended Malt Scotch Whisky (20.12.2020)

Nase: Eindeutig mehr Dampf als der Double Black – die Süße ist hier feiner und intensiver. Der Rauch geht Richtung geräucherter Schinken mit Vanillesauce. Ein schönes Wechselspiel von Frucht und Würze.

Erster Aufprall im Mund: Ein bißchen wie Bärenjäger (Deutscher Honiglikör) mit geräuchertem Schinken. Alles was die Nase schon vorweg genommen hat, findet sich hier 1:1 wieder. Der Mundraum wird sofort mit Honig und Puderzucker ausgekleidet. Dazu kommen noch schöne maritime Momente.

Abgang: Sehr lange – Vanilleeis mit Hustensaft. Der Lagavulin klingt nach.

Fazit: Einige mögen jetzt schon die Steine aufheben um sie zu schmeißen. Aber dieser Blended Malt gefällt mir besser als seine einzelnen Lead Malts. Was hier im Glas ist, schmeckt verdammt „Old School“ und doch wiederum aktuell. Fantastisch was hier kreiert wurde! Dies ist mir fünf Sterne wert und der Film bekommt vier Sterne! Übrigens: Hunde sind auch nicht abgeneigt (Filmminute 1:47:25) Dieser Blend treibt einen in die Sucht!

Wee Beastie versus Godzilla

Seit nun mehr einem halben Jahrhundert stampft das Kultmonster Godzilla durch mein Leben und hat in der Zeit alle Herausforderungen gemeistert - ob feindliche Roboter, Sauriermutanten, Dämonen aus dem Weltall oder Titanen.

Doch nun kommt eine weitere Bedrohung auf die Weltbevölkerung zu - direkt aus Schottland, aus der Ardbeg Distillery: Es ist Wee Beastie, das Biest, das uns das Fürchten lehren soll.

 Vorab werde ich dem Beast auf den Zahn fühlen und es verkosten.
Ob wir Godzilla bemühen müssen, werden wir sehen!!!

Ardbeg Wee Beastie 5 Jahre 47,4%vol

Kategorie: Single Malt (23.10.2020)

Nase: Rauch und süße Fruchtigkeit harmonieren perfekt. Toffee, die Fruchtigkeit geht in Richtung Limone. Kleine Bisse vom Alkohol kommen durch.

Erster Aufprall im Mund: Mild (noch liegt das Biest auf der Lauer, dann schlägt es zu). Kalter schottischer Aschenbecher, Holzkohle mit Puderzucker. Dunkle Schokolade (netter Kontrapunkt) Mokka, schwarzer Pfeffer.

Abgang: lang, trocken, wärmend, der Rachen wird geteert. Süße mit einer Prise Salz.

Fazit: Nein! Godzilla kann in den Tiefen des Meeres weiter ruhen! Wee Beastie ist an sich gut gelungen, aber alles in allem meine ich ähnliches schon einmal im Glas gehabt zu haben. Für Fans der Distillerie bestimmt eine schöne Ergänzung!

Birkenhof Master Edition LUK Handcrafted Vintage Korn (D:05.05.17 – B:06.09.19) 43%vol.

Nase: holzig, der Alkohol ist wahrnehmbar, Honig, sowie Zitrusmomente

Erster Aufprall im Mund: mild, leichte Vanillesüße auf einer Wellenlänge mit Schokolade. Dieser Moment ist richtig gut, wird leider schnell durch holzige  Bitterkeit vernichtet. Nach einigen Minuten massive Kräuterattacken.

Abgang: trocken und scharf, Kräutergarten, Sägespäne.

Besonderheit: Bourbon-,Pinot Noir und Cognac-Fässer.

 

St.Kilian Signature Edition 'One' 3 Jahre  (D:2016 - B:2019) 45%vol.

Nase: fruchtig, Alkoholschärfe, holzige Momente.

Erster Aufprall im Mund: sehr mild, malzig, leicht fruchtig. Ein fantastischer Milch-Schololaden-Kick.

Abgang: mittellang, trocken, ein MilkyWay-Moment und bittere Tanine.

Besonderheit: Ex-Bourbon-,Rum-,PX-Sherry- und Kastanienfässer sowie Ex-Bourbon-Quarter-Casks.

Fazit: Der Birkenkof punktet mit einer wunderbaren Kräuternote, die ich so nicht erwartet hätte von einem Korn. Dies ist natürlich der Nachlagerung in drei verschiedenen Fassarten geschuldet. Der St.kilian punktet mit dem wunderbaren Milch-Schololaden-Kick. Dieser  Whisky wurde in fünf verschiedenen Fassarten nachgelagert. (Wirklich?)  Also 1:1 – weder der Korn noch der Whisky bieten große spektakuläre Momente. Aber beide sind gut trinkbar. Ich persönlich würde in diesem Fall lieber zu dem Korn greifen.