Tasting Special

 

Wee Beastie versus Godzilla

Seit nun mehr einem halben Jahrhundert stampft das Kultmonster Godzilla durch mein Leben und hat in der Zeit alle Herausforderungen gemeistert - ob feindliche Roboter, Sauriermutanten, Dämonen aus dem Weltall oder Titanen.

Doch nun kommt eine weitere Bedrohung auf die Weltbevölkerung zu - direkt aus Schottland, aus der Ardbeg Distillery: Es ist Wee Beastie, das Biest, das uns das Fürchten lehren soll.

 Vorab werde ich dem Beast auf den Zahn fühlen und es verkosten.
Ob wir Godzilla bemühen müssen, werden wir sehen!!!

Ardbeg Wee Beastie 5 Jahre 47,4%vol

Kategorie: Single Malt (23.10.2020)

Nase: Rauch und süße Fruchtigkeit harmonieren perfekt. Toffee, die Fruchtigkeit geht in Richtung Limone. Kleine Bisse vom Alkohol kommen durch.

Erster Aufprall im Mund: Mild (noch liegt das Biest auf der Lauer, dann schlägt es zu). Kalter schottischer Aschenbecher, Holzkohle mit Puderzucker. Dunkle Schokolade (netter Kontrapunkt) Mokka, schwarzer Pfeffer.

Abgang: lang, trocken, wärmend, der Rachen wird geteert. Süße mit einer Prise Salz.

Fazit: Nein! Godzilla kann in den Tiefen des Meeres weiter ruhen! Wee Beastie ist an sich gut gelungen, aber alles in allem meine ich ähnliches schon einmal im Glas gehabt zu haben. Für Fans der Distillerie bestimmt eine schöne Ergänzung!

Birkenhof Master Edition LUK Handcrafted Vintage Korn (D:05.05.17 – B:06.09.19) 43%vol.

Nase: holzig, der Alkohol ist wahrnehmbar, Honig, sowie Zitrusmomente

Erster Aufprall im Mund: mild, leichte Vanillesüße auf einer Wellenlänge mit Schokolade. Dieser Moment ist richtig gut, wird leider schnell durch holzige  Bitterkeit vernichtet. Nach einigen Minuten massive Kräuterattacken.

Abgang: trocken und scharf, Kräutergarten, Sägespäne.

Besonderheit: Bourbon-,Pinot Noir und Cognac-Fässer.

 

St.Kilian Signature Edition 'One' 3 Jahre  (D:2016 - B:2019) 45%vol.

Nase: fruchtig, Alkoholschärfe, holzige Momente.

Erster Aufprall im Mund: sehr mild, malzig, leicht fruchtig. Ein fantastischer Milch-Schololaden-Kick.

Abgang: mittellang, trocken, ein MilkyWay-Moment und bittere Tanine.

Besonderheit: Ex-Bourbon-,Rum-,PX-Sherry- und Kastanienfässer sowie Ex-Bourbon-Quarter-Casks.

Fazit: Der Birkenkof punktet mit einer wunderbaren Kräuternote, die ich so nicht erwartet hätte von einem Korn. Dies ist natürlich der Nachlagerung in drei verschiedenen Fassarten geschuldet. Der St.kilian punktet mit dem wunderbaren Milch-Schololaden-Kick. Dieser  Whisky wurde in fünf verschiedenen Fassarten nachgelagert. (Wirklich?)  Also 1:1 – weder der Korn noch der Whisky bieten große spektakuläre Momente. Aber beide sind gut trinkbar. Ich persönlich würde in diesem Fall lieber zu dem Korn greifen.